7 zauberhafte Tipps für den optimalen Schulstart

Für viele Kinder beginnt in diesem Sommer ein neuer Lebensabschnitt – voller Vorfreude und Aufregung, endlich Lesen, Rechnen und Schreiben zu lernen, die Welt nicht nur zu entdecken, sondern immer besser zu verstehen. Doch ein Schulstart kann für ein Kind durchaus auch anstrengend, ungewohnt und weniger magisch sein, als die große Zuckertüte bei der Einschulung versprach. 

Wir haben daher Tipps von einer Expertin für Dich zusammengestellt und haben Kathrin Ader, die Inhaberin der Duden Institute für Lerntherapie Neubrandenburg/Prenzlau, gefragt, welche "Zaubertricks" zum entspannten Schulstart sie Eltern und Kindern mit auf den Weg geben möchte.  

1. Motivation: Was ist, wenn die erste Euphorie verfliegt? Wie gehen Eltern & Kinder mit kleinen Misserfolgen in der Schule um?

Jeder Mensch ist von Natur aus neugierig und somit stellt Lernen ein natürliches Grundbedürfnis dar. Es sollte von Anbeginn in der Familie eine Grundhaltung etabliert werden, die besagt, dass Lernen nicht bedeutet, alles zu können, sondern, dass Fehler, Versuche und Irrwege auch zum Lernen dazugehören. Meistens sind es die Eltern, die zu hohe Erwartungen haben und wenig Raum für das Entdecken, Ausprobieren und auch mal Fehlermachen zulassen. Daraus resultierend sind Kinder dann oft auch enttäuscht bis demotiviert, weil sie den Erwartungen der Eltern nicht gerecht werden.                                                                                   

Unser Tipp: Freu Dich mit Deinem Kind auch über kleine Erfolge!

2. Schulweg: Wie kommt das Kind sicher in der Schule an? Und zurück: Schlüssel- oder Hortkind? Wie geben Eltern ihrem Kind geschickt Hinweise darauf, nicht mit Fremden mitzugehen, ohne Angst zu schüren? 

Der Eintritt in die Schule stellt einen ganz neuen Lebensabschnitt für Kinder dar. Sie fordern nun mehr Freiraum und mehr Selbstständigkeit ein. Nun sind sie im Vergleich zu Kindergartenkindern „die Großen“. Wichtig ist es, sie bei der Ausübung neuer Tätigkeiten zu unterstützen - nach dem Motto: „Vormachen, mitmachen, nachmachen!“ Geht den Schulweg gemeinsam. Lass Dein Kind dann ohne Begleitung gehen und beobachte es unbemerkt. Besprich mit Deinem Kind klar, was zu tun ist, wenn fremde Personen es ansprechen. 

Unser Tipp: Klare Verhaltensregeln vereinbaren!

3. Pausensnack: Energie für den Tag - Was darf in der Brotdose nicht fehlen? Was sollte das Kind lieber nicht mit in die Schule nehmen?  

5 Ernährungsexperten geben sicher 5 verschiedene Ernährungshinweise, so dass es nicht leicht ist, das Richtige einzupacken. Da schulisches Lernen eine hoch konzentrative komplexe Tätigkeit ist, sollte auf zuckerhaltige und extrem eiweißhaltige Produkte zu Gunsten von Obst, Gemüse und Ballaststoffen verzichtet werden. Somit wirkst Du einem schnellen Ermüdungsprozess entgegen. Pack gemeinsam mit Deinem Kind die Brotdose, denn es soll sich auf den Snack in der Pause freuen.              

Unser Tipp: Sicher ist auch gegen eine kleine „Belohnung“ nichts zu sagen.

4. Hausaufgaben: Welchen Umfang sollten Hausaufgaben in der Grundschule haben? Sollte das Kind diese allein lösen können? Wie viel Hilfe ist erlaubt? 

Hausaufgaben haben unterschiedliche Funktionen zu erfüllen - meist geht es um eine Wiederholung des Gelernten. Der zeitliche Umfang beträgt von Klasse 1 bis 4 ca. 20 Minuten (zum Beginn) bis zu 60 Minuten. Dabei macht es keinen Sinn, über das konzentrative Potential des Einzelnen hinaus zu üben, da dann wenig Erfolg gesichert ist und es nur noch ein mechanisches Abarbeiten darstellt. Auch hier muss mit dem Schulstart zunächst in Form eines Rituals geübt werden, wie man an die Erledigung der Hausaufgaben geht. Besprich und übe gemeinsam mit Deinem Kind, wie der Platz/Schreibtisch auszusehen hat, wann es die Aufgaben im Tagesablauf erledigt, was bereitzulegen ist, womit und wie begonnen wird etc. Sinnvoll ist es, nach einer gemeinsamen Übungsphase Dein Kind zügig an eine schnelle, selbstständige Einhaltung des Rituals zu gewöhnen. Dabei ist zu beachten, dass nicht die Eltern ständig erklären, was zu tun ist, sondern Dein Kinder Dir das Vorgehen erläutert und dann selbstständig arbeitet. Somit hast Du auch gleich eine „Kontrolle“, ob die Inhalte verstanden wurden oder ggf. mit dem Lehrer Rücksprache zu nehmen ist.    

Unser Tipp: Hilfe zur Selbsthilfe!

 

5. Nachmittagsbetreuung: Hausaufgaben, Spielen, Projekte, Vereine, Mittagsschlaf?                                                                                          

Hier ist das Maß aller Dinge Dein Kind. Sicher sind Anregungen und Aktivitäten am Nachmittag - organisiert in der Gemeinschaft mit anderen  - sinnvoll. Manchmal meinen Eltern es aber auch zu gut, denn erst in Ruhephasen oder Momenten der Langeweile entstehen Kreativität und eigenes Tun, Neugierde und Interesse.                                                                   

Unser Tipp: Besser Dinge nacheinander ausprobieren, als vieles parallel!

 

6. Gesunder Rücken: Welches Gewicht sollte ein Schulranzen nicht überschreiten? Müssen wirklich immer alle Bücher und Hefte mitgenommen werden? Welche Schulterriemen verteilen das Gewicht gut und was sollte vermieden werden? 

Es gibt eine Faustregel, die besagt:                                                                    

10% des Körpergewichts = zulässiges Schulranzengewicht

Unumstritten sind die Ranzen für viele unserer Kinder zu schwer. Viele Schulen ermöglichen es den Kindern, Materialien in der Schule zu belassen. Der Nachteil dessen ist es jedoch oft für Eltern, dass sie dann nicht ausreichend informiert sind über das Geschehen im Alltag. Finde Deinen eigenen Weg, um beispielsweise einmal in der Woche oder zum Wochenende Einsicht in alle Materialien zu nehmen. Vielleicht kannst Du Dein Kind an diesem Tag von der Schule abholen und ihr könnt alle Materialien gemeinsam heimtragen.                                                                                       

Unser Tipp: Ablagemöglichkeiten in der Schule erfragen oder gemeinsam schaffen!

7. Mobbing: Wie gehen Eltern betroffener Kinder am besten damit um? Was sind Anzeichen, falls das Kind nichts erzählt, aber unglücklich und eingeschüchtert erscheint? Wie reagieren Eltern optimal auf Sätze wie: "Der Lehrer mag mich nicht"?  

Die Basis ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Dir und Deinem Kind. Nimm Dein Kind und seine Sorgen zunächst ernst, rede weniger auf Dein Kind ein, höre ihm genau zu, beobachte Dein Kind. Gibt es Verhaltensänderungen? 

Dies bedeutet auch, zu akzeptieren, dass Dein Kind vielleicht eine andere Meinung vom Lehrer hat als Du selbst. Versuche herauszufinden, woran Dein Kind diese Meinung festmacht, was es konkret erlebt. 

Unser Tipp: Suche den Kontakt zum Lehrer oder dem Sozialarbeiter der Schule. 

Bonus-Tipp: Falls beim Schulstart etwas ruckelt

Sowohl eine Lese-Rechtschreibschwäche als auch eine Rechenschwäche stellen eine Entwicklungsverzögerung dar. Häufig sind die Kinder an sich sehr intelligent. Das Kind ist noch nicht in der Lage, die Anforderungen in einem Teilbereich, dem Schreiben, Lesen, Rechnen oder im Umgang mit der englischen Sprache zu bewältigen. Es fehlen im Rahmen der Entwicklung bestimmte Voraussetzungen, die eine erfolgreiche Bearbeitung ermöglichen. Es handelt sich dabei um Fähigkeiten, die für die Bearbeitung der Anforderungen nötig sind. 

Im mathematischen Bereich beispielsweise muss ein Kind sich gut orientieren können, um die Zahlen korrekt zu schreiben und nicht statt 45, 54 zu schreiben. Für das Rechnenernen benötigt man die Fähigkeit, sich etwas vorzustellen, da ja nicht ein Leben lang mit Anschauungsmaterial gerechnet werden soll. 

Beim Schreiben benötigen Kinder die Kompetenz, die Laute eines Wortes in richtiger Reihenfolge zu erfassen. Dies bedarf verschiedener sprachlicher Fähigkeiten. 

Wann sollte eine Diagnose angedacht und ggf. über eine Lerntherapie nachgedacht werden? 

Hat Dein Kind über einen längeren Zeitraum … 

  • Misserfolge beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens? 
  • gravierende Schwierigkeiten beim Rechnen? 
  • überdurchschnittlich starke andauernde Probleme beim Erlernen des Englischen?

Übliche Zeichen sind: 

  • Trotz Übens werden die Fehler nicht weniger, 
  • Vermeidung und wenig Bereitschaft, sich mit Lesen und Schreiben, Rechnen oder Englisch zu beschäftigen, 
  • Das Selbstbewusstsein leidet unter den Misserfolgen. 

 

Diese Anzeichen können auf ernst zu nehmende Lernschwierigkeiten, wie eine Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche oder Englisch-Schwäche hindeuten.

Diese Schwierigkeiten lassen sich mit Hilfe einer integrativen Lerntherapie überwinden. In kleinen Schritten werden in einer Einzeltherapie die Grundlagen gelegt, um den Schulanforderungen wieder entsprechen zu können. Ausgangspunkt bilden eine umfassende Diagnose, ein individueller Therapieplan und die Auswahl des passenden Therapeuten. Damit wird ein vielversprechender Start für eine erfolgreiche Lerntherapie geboten. 

 

Auch für Schulanfänger noch spannend: das zauberstarke Vorschulheft von Hexe Wawu mit vielen Übungen zur Feinmotorik, Vorstellungskraft und Konzentration. Behandelt werden Formen, Farben, Zahlen, Buchstaben, Gegensätze. Das Heft enthält Hilfestellungen und Tipps für Eltern, um den Kindern den Einstieg in die Schule zu erleichtern. 

 

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